TOP 5 Falschannahmen aus juristischer Sicht

Vielleicht gehören sie ja zu den wenigen Menschen, die nichts, aber auch gar nichts ohne Anwalt machen. Die lieber ein paar “Kröten” für eine Beratung ausgeben, als danach tausende, um wieder heil aus einer Sache rauszukommen. Und sicherlich kennen Sie diejenigen, die eh alles besser wissen. Wie dem auch sein, mit den nachfolgenden Tipps können Sie zum Einen Ihr Wissen auffrischen, staunen oder sogar lachen, und zum Anderen vielleicht jemandem behilflich sein.

Die nachstehend zusammengefassten und vereinfachten Informationen erheben weder Anspruch auf Vollständigkeit noch ersetzen sie eine professionelle Beratung, sondern sollen als Denkanstoß dienen.

Ricardo Lucio, Rechtsanwalt, Lawyer, Abogado, 928 76 25 03 unterstützt Sie gerne!

 

1. TIME-SHARING

Viel wurde darüber berichtet. Und noch mehr darüber geschimpft. Aber kaum jemand sagt, wie es wirklich ist. Also, an sich ist so ein „Teilzeit-Wohnrecht“ ja keine schlechte Idee – wenn der Preis stimmt, die Anlage in Ordnung ist und man wirklich sicher ist, dass man dieses Urlaubs-Modell nutzen kann. Das ist aber nur selten der Fall. In der Praxis sind die Wochen zu teuer und die Anlagen kurz vor dem Bankrott und mit immensen Unterhaltskosten verbunden. Es ist keinesfalls einfach, die erworbenen Wochen wieder zu verkaufen. Auch bringen die Konsumentenschutzgesetze bezüglich Kündigung und Rückzahlung der Anzahlung wenig bis gar nichts, wenn der Firmensitz außerhalb der EU ist, oder es sich um eine Mini-GmbH handelt, die nicht mehr als das Mindestkapital eingebracht hat.

 

2. EINSCHREIBEN

HANDELN SIE SOFORT!

Anders als im Heimatland, wird Ihnen meistens nur eine kurze Zeitspanne gewährt, bis in Kraft tritt, was im (nicht)-abgeholten Brief angedroht wird. Wenn Sie also einen eingeschriebenen Brief erhalten – egal von welcher Stelle – erkundigen Sie sich sofort, worum es sich handelt und was zu unternehmen ist.

 

3. VERTRÄGE

Nehmen Sie bitte NIEMALS an, dass spanische Gesetze denen des Heimatlandes ähneln, oder gar entsprechen. Kein Nachbar, Freund, oder Wirt – egal wie gut sie spanisch sprechen, wie lange sie hier schon leben oder was sie schon alles selbst durchgemacht haben – kennt die Gesetze besser, als ein Anwalt. Lassen Sie sich jeden Vertrag von einer unparteiischen Person übersetzen und erklären (nicht vom Immobilienmakler – der will ja schließlich am Deal verdienen) und unterschreiben sie nichts vorher. Gerade Mietverträge sind heikel!

 

4. ZAHLUNGEN

Eine Rechnung ist keine Quittung, sprich Zahlungsbestätigung. Verlangen Sie also immer eine Quittung „recibo“ bei Bezahlung (auch bei Kautionen und Mieten). Auch ein Handwerker sollte erst einen schriftlichen Kostenvoranschlag vorlegen, bevor Sie ihn ans Werk gehen lassen, sonst kann es ganz leicht passieren, dass er doppelt und dreifach verrechnet. Prüfen Sie besonders bei Mietverträgen, dass der Vermieter, wenn er nicht der Eigentümer ist, mit einer Vollmacht zur Vermietung berechtigt ist. Verträge werden immer auf allen Seiten von allen Vertragspartnern unterschrieben, damit es im Streitfall keine Unklarheiten gibt, was wo dazu gehört. Verlangen Sie Kopien von Verträgen. Lassen Sie sich alles schriftlich bescheinigen, zum Beispiel, dass Sie Ware geliefert haben oder ein Mietobjekt in ordentlichem Zustand wieder zurück gegeben haben.

 

5. MELDEPFLICHT

Seinen Hauptwohnsitz hat man in jenem Land, wo man mehr als 6 Monate zubringt. Also, ab 6 Monaten und 1 Tag. Das dies nicht gleichzeitig in 2 Ländern sein kann, steht somit fest. Im Normalfall zahlt man in „Meldeland“ die meisten Steuern. Zu allererst die Einkommenssteuer,  ganz egal aus welchem Land das Einkommen stammt. Die Meldepflicht bei Polizei, Finanzamt, Gemeinde etc. ist eine ernst zu nehmende, rechtlich bindende Sache, über die man sich vorab gut informieren sollte. Nur um Residentenrabatte zu ergattern, ist sicherlich nicht ausreichend. 

 

Zusammenfassend und augenzwinkernd ist zu sagen, dass Sie, wenn Sie in Spanien leben, einen guten Zahnarzt, einen seriösen Rechtsanwalt und einen professionellen Steuerberater haben sollten.